Vom High-Gloss zum Herzensfeuer: Warum ich heute anders fotografiere & anders koche….
Eigentlich hätte ich heute im Rollstuhl sitzen sollen. Zumindest wenn es nach den Ärzten im Jahr 2012 gegangen wäre.
Wer mich heute im Habibi Atelier sieht, wie ich zwischen Ausstellungen, Künstlern: innen, meinen Kameras und sozialen Projekten agiere, sieht einen Mann, der angekommen ist. Aber der Weg hierher führte durch das Feuer – und durch eine radikale Entscheidung, die alles veränderte.
Der Wendepunkt: „Stay true and never give up“
Damals kannte man mich in der Szene als Stefano Vicinoadio. – Gleich vorweg, nach meinem Magenbypass ist es mir nicht mehr möglich Vegan zu leben, leider, aber ich bin nach wie vor der Meinung das es die fairste und beste Art ist etwas für die Erde, die Tiere und auch sich selbst zu tun.
Ich war der volltätowierte Profifotograf, ein Punkrocker im Dauerlauf, bis mein Körper 2012 die Notbremse zog. Schwere Krankheit, die Diagnose Frührente mit 33, die Aussicht auf ein Leben im Rollstuhl.
Ich stand an einem Punkt, an dem die Dunkelheit fast siegte.
Doch in diesem Moment entstand mein Leitsatz, der später zum Titel meines Herzensprojekts wurde: „Stay true and never give up“.
Ich krempelte mein Leben auf links. Ich wurde Veganer, lebte lange Straight Edge und fand durch die pflanzliche Ernährung und eine neue Achtsamkeit zurück ins Leben. Ich wollte beweisen, dass man nicht aufgeben muss – und ich tat es auf die härteste Weise: Ich lief 800 Kilometer über den Jakobsweg.
Davon erzählt mein Buch, aber viel wichtiger: Auf diesem Weg fand ich meine wahre Leidenschaft für das Essen wieder.

Die Ära der Kochbücher und der Perfektion
Nach meiner Genesung explodierte die Kreativität. Nur sechs Monate nach meiner Umstellung erschien mein erstes Kochbuch „Cook Wild Vegan“. Ich wollte zeigen, dass veganes Essen nichts mit Verzicht zu tun hat, sondern mit purer Lebensfreude und Rock ’n’ Roll auf dem Teller.
Ich habe in den darauffolgenden Jahren tief in die Profiküchen reingeschaut. Ich habe von den Besten gelernt, wie etwa Björn Moschinski, und habe verstanden, dass ein gutes Food-Foto erst dann entsteht, wenn man das Handwerk des Kochens selbst beherrscht.

In meiner Zeit als Stefano Vicinoadio habe ich für große Namen gearbeitet. Mein Portfolio füllte sich mit:
- Internationalen Magazinen & Verlagen
- Großen Restaurantketten & gehobener Gastronomie
- Produktverpackungen im Supermarktregal
- Rezeptentwicklungen für Lifestyle-Brands
„Ein entscheidender Ankerpunkt meiner Karriere war die Zusammenarbeit mit Amanprana und der Familie hinter Noble-House. Hier habe ich gelernt, dass ein Produkt nur so gut sein kann wie die Philosophie, die dahintersteht. Als Stefano Vicinoadio habe ich nicht einfach nur Flaschen und Gewürze fotografiert; ich habe versucht, die Reinheit und die ‚Lebenskraft‘ (Prana) dieser Lebensmittel einzufangen. Diese Zeit hat mein Auge für Details geschärft – für die Textur von Ölen, die Leuchtkraft von unverfälschten Gewürzen und die Ästhetik des Echten. Es war eine Schule der Wahrnehmung, die mich bis heute begleitet.“















„Viele fragen mich, warum ich meine Sets selbst koche und anrichte. Die Antwort liegt in den Jahren, in denen ich tief in die Profiküchen eingetaucht bin. Allen voran die Zeit mit Björn Moschinski, einem der Pioniere der veganen Gastronomie in Deutschland. Von ihm und anderen Profis habe ich gelernt, dass Food-Fotografie Chemie ist: Man muss verstehen, wie Hitze die Struktur verändert, wie Kräuter auf Kälte reagieren und wie man den perfekten ‚Gargrad‘ visuell übersetzt. Ich bin kein Fotograf, der auf das Essen wartet – ich bin derjenige, der das Feuer unter der Pfanne kontrolliert, damit das Bild am Ende genau so schmeckt, wie es aussieht.“
Ich lieferte das volle Paket: Licht, Styling, Rezept, Foto. Es war die „Hoch-Zeit“ des Kommerzes.
Alles musste perfekt sein. Jeder Tropfen Sauce saß millimetergenau. Aber irgendwann fragte ich mich: Wo ist die Seele?
Zurück zu den Wurzeln: Das Habibi Atelier
Heute jage ich nicht mehr dem nächsten riesigen Werbebudget hinterher. Ich habe gemerkt, dass die schönsten Bilder dort entstehen, wo echte Menschen zusammenkommen.
Im Habibi Atelier habe ich einen Ort gefunden, der meine Leidenschaft für Fotografie mit meinem sozialen Gewissen verbindet. Ob wir nun „Kunst gegen Kälte“ organisieren und Schlafsäcke für Obdachlose sammeln oder ob ich ein Gericht fotografiere, das eine Geschichte von Heimat und Ankommen erzählt – das ist mein „Back to the Roots“.
Was meine „Food“ – aber auch generell meine Fotografie heute auszeichnet:
Ich bin kein Fotograf, den man „bucht“. Ich bin ein Partner, der mit am Herd steht.
Durch meine Erfahrung als Koch und Stylist verstehe ich die Textur eines afghanischen Kabuli Palaw genauso gut wie die filigrane Anrichteweise einer modernen veganen Bowl.
- Ehrlichkeit statt Fake: Ich brauche keinen Chemie-Sprühnebel. Das Essen muss schmecken, dann sieht man das auch auf dem Bild.
- Menschlichkeit: Ich arbeite lieber mit Menschen, die eine Vision haben, statt mit anonymen Konzernen.
- Full Service: Von der ersten Idee im Kopf über das Brutzeln in der Pfanne bis zum fertigen Edit – alles kommt aus einer Hand.
„In meiner Zeit als High-Commercial-Fotograf war Erfolg messbar in Auflagenzahlen und großen Budgets.
Aber während ich für Verlage und Agenturen die perfekte Welt inszenierte, merkte ich, dass mir die echte Welt fehlte. Mein Buch ‚Stay true and never give up‘ war der Startschuss für eine Reise zu mir selbst – weg vom sterilen Studio, hin zum Leben.Heute, im Habibi Atelier, ist der Mensch mein neuer Mittelpunkt. Hier geht es nicht um die nächste Hochglanz-Kampagne, sondern um soziale Projekte wie ‚Kunst gegen Kälte‘ oder das gemeinsame Kochen mit Menschen unterschiedlicher Kulturen.
Wenn ich heute ein Gericht fotografiere, dann tue ich das mit der Demut eines Mannes, der weiß, dass Essen mehr ist als Energie – es ist Liebe, Heimat und Brückenbau. Ich bin zurück an meinen Wurzeln, und meine Bilder waren noch nie so lebendig wie jetzt.“
Mein Versprechen
Wenn du heute mit mir arbeitest, bekommst du nicht nur 15 Jahre Erfahrung in der High-End-Fotografie. Du bekommst die Geschichte eines Mannes, der gelernt hat, was es bedeutet, wirklich am Leben zu sein.
Lass uns Bilder erschaffen, die nicht nur Hunger machen, sondern die eine Geschichte erzählen.
Echt, ungeschminkt und mit vollem Herzensfeuer.
Sende mir eine E Mail an info (at) stefannagott.com oder schreib mir über das Kontaktformular
Viele Grüße
Euer Stefan Nagott
